Studienreisen



Künftige Studienreisen

„Auf den Spuren von Menno Simons“

Do. 26. – So. 29. Mai 2022

Reise nach Bad Oldesloe zur Menno-Kate, der Menno Simons Gedächtnisstätte mit Führung und weiteren Sehenswürdigkeiten.

Die Geschichte der Menno-Kate

Es ist zwar nicht ganz klar, ob die Kate auch im 16. Jahrhundert am heutigen Ort stand, denn das Dorf Wüstenfelde wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört, doch auf jeden Fall kommt der heutige Besucher dem Leben des Namensgebers der Mennoniten unter den Linden- und Buchenbäumen bei Bad Oldesloe sehr nahe. Schon seit 1902 erinnert ein Gedenkstein an Menno Simons. Eine 2012 in der Nähe des Gedenksteins gepflanze Rotbuche symbolisiert die Aussöhnung mit den Lutheranern nach den in der Reformationszeit erlittenen Verfolgungen.

Wohl durch glückliche Umstände und günstige personelle Konstellationen konnten die Mennoniten die völlig heruntergekommene Kate seit 1961 zur Menno-Simons-Gedenkstätte ausbauen. Georg Isert, ein Flüchtling aus Westpreußen, war seit den 1950er Jahren Verwalter auf Gut Altfresenburg und Otto Regier, Mitglied der Gemeinde Lübeck, war im Landratsamt des Kreises Segeberg tätig. Beide ergriffen Ende der 1950er Jahre die Initiative und machten sich die Renovierung der alten Kate zum Anliegen.

1960 konnte die Vereinigung der Deutschen Mennonitengemeinden (VDM) die Kate und das dazugehörige Land vom Freiherrn von Jenisch pachten. Seitdem steckt viel mennonitische Freiwilligenarbeit in dem Projekt. Jugendliche verbrachten hier ihre Wochenenden, um Prediger Hans Werner Rempel bei den Sanierungs- und Renovierungsarbeiten zu helfen.

Ebenso ist es Otto Regier zu verdanken, dass in der Kate ein Museum entstand, in dem Schriften aus mennonitischer Feder, Zeugnisse von Menno Simons sowie Bilder und Karten zum Leben der Mennoniten zwischen den Niederlanden, Deutschland, Ost- und Westpreußen sowie Russland zu sehen sind.

Das Museum in der Menno-Kate

Für die in den Jahren 1962/63 hergerichteten Museumsräume gelang es nach und nach, Werke und Schriften von (nur im Nachdruck) und über Menno Simons und die Mennoniten zu beschaffen. Landkarten, Stiche und Bilder weisen auf den Geburtsort und die Wirkungsorte Menno Simons hin. Weiteres Material gibt Auskunft über die Verbreitung und Geschichte der Mennoniten. Menno Simons war einer ihrer bedeutendste Lehrer und Prediger. Auf einem Platz neben der Mennokate befindet sich ein Gedenkstein zur Erinnerung an ihn.

Die Besichtigung der äußeren Bereiche des Hauses und des Gedenksteines ist jederzeit möglich.


Vergangene Studienreisen

„Auf den Spuren von Johannes ‚Jan‘ Hus“ vom Do. 15. bis So. 18. August 2019 nach Konstanz (siehe Einladung).


Prim. Dr. Stefan Koppi

JAN HUS – MUT ZU DENKEN, MUT ZU GLAUBEN, MUT ZU STERBEN

Die Studienreise „Auf den Spuren von Johannes ‚Jan‘ Hus“ führte uns von 16. bis 17. August 2019 nach Konstanz. Das Hus-Museum befindet sich in der Altstadt am Schnetztor. Jan Hus war am 3. November 1414 in der Konzilsstadt angekommen und am 28. November 1414 verhaftet worden. In dieser Zeit wohnte er mit seinen Begleitern bei der Witwe Pfister in der Paulsgasse. Diese wurde 1873 in Hussenstraße umbenannt und nach 1945 erneut so benannt. In dieser Straße befindet sich auch das Museum.

Frau Dr. Libuše Rösch als Kuratorin und Geschäftsführerin des Vereins „Vereinigung der Städte mit hussitischer Geschichte und Tradition“ persönlich führte uns durch die Ausstellung. Leben, Wirken und Märtyrertod des böhmischen Gelehrten und Reformators vor mehr als 600 Jahren stehen im Mittelpunkt. 

Ein Zeitstrahl führt auf zwei Stockwerken des Fachwerkhauses durch die Lebensgeschichte von Jan Hus, seine Lehren und Reformansätze sowie seine Bedeutung für die tschechische und europäische Geschichte bis zur Gegenwart. 

In der XV. Generalsitzung des Konzils am 6. Juli 1415 wird Hus als verstockter Ketzer zum Tod verurteilt. Hus wurden die Priestergewänder ausgezogen. Er kniete vor dem Scheiterhaufen und betete laut: „Herr Jesus Christus, diesen schrecklichen und grausamen Tod wegen deines Evangeliums und wegen der Predigt des Wortes nehme ich geduldig und demütig auf mich.“ Danach wird Jan Hus vor die Tore der Stadt Konstanz geführt, bei lebendigem Leibe verbrannt und seine  Asche im Rhein verstreut.

Der Museumsbesuch hatte mich tief ergriffen und neu herausgefordert, Glaubensmut zu üben.

Fotos: Franz Seiser